Carlo Zanatta

11.08.2026

Carlo Zanatta, 53 Jahre alt, war 39 Jahre alt als er die Diagnose Parkinson bekam.

Im Gespräch mit Carlo

Kannst du dich kurz vorstellen?

Ich bin Carlo, 53 Jahre alt, und habe die Diagnose Parkinson mit 39 Jahren erhalten. Mein grosses Hobby ist Tischtennis. Dieser Sport gibt mir unglaublich viel, weil er mich auf vielen Ebenen fordert: Man braucht Strategie, einen Spielplan, technische Fähigkeiten, gute Aufschläge, die Fähigkeit, das Spiel zu lesen, schnelle Reaktionen, große Bewegungen und Kondition. Tischtennis funktioniert ausserdem nicht allein. Man geht in den Club, ist unter Menschen, trifft neue Freunde und sammelt neue Erlebnisse. Genau das macht diesen Sport für mich so wertvoll.

Was ist dir heute wichtiger als vor der Diagnose?

Meine persönliche Ausgeglichenheit ist heute viel wichtiger geworden. Und mein Umfeld – Familie und Freunde – hat einen noch grösseren Stellenwert bekommen als früher. Mit Ausgeglichenheit meine ich, dass ich mir bewusst Zeit nehme – und nehmen muss – für die Dinge, die mir guttun: Sport, Hobbys, Familie und Freundschaften. Dazu gehören zum Beispiel Jassen mit Freunden, Ferien mit den Kindern, Tischtennistraining, Wandern in den Bergen, ein Eis essen mit Freunden, Segeln mit der Familie oder eine Fahrt mit der Vespa. Und noch vieles mehr.

Welche Vorurteile begegnen dir im Alltag?

Oft ist es das „Feedback von der Strasse“. Man sieht Menschen an, dass sie einen beobachten und sich fragen: „Wie läuft der denn?“ Oder wenn man beim Einkaufen langsamer ist oder Bewegungen verzögert wirken. Dabei denke ich eigentlich: Die anderen haben das Problem, nicht ich. Sie wissen oft nicht, wie sie mit Parkinson umgehen sollen. Trotzdem ist das im Alltag manchmal leichter gesagt als gefühlt.

Was gibt dir Tischtennis persönlich?

Tischtennis ist für mich viel mehr als nur Sport. Es fordert meinen Körper und meinen Kopf gleichzeitig. Ich muss konzentriert bleiben, reagieren, planen und mich bewegen. Vor allem aber bringt es mich unter Menschen. Es schenkt mir Gemeinschaft, Freundschaften und immer wieder neue positive Erfahrungen.

Welche Botschaft möchtest du anderen Betroffenen mitgeben?

Es wird Tage geben, die dich traurig machen. Diese Krankheit ist nicht einfach. Aber schliess dich nicht ein. Nimm so viel Hilfe an, wie möglich. Gestalte dein Leben aktiv und konzentriere dich auf das, was dir wirklich wichtig ist und Freude macht. Denn genau diese Dinge geben Kraft – und sie erinnern uns daran, dass das Leben trotz Parkinson weiterhin viele schöne Seiten hat.

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