Sabine Löwenthal

11.08.2026

Sabine Löwenthal erhielt in 2017 die Diagnose Parkinson. Sie hat PD Art gegründet, um andere Personen mit Parkinson eine Bühne zu bieten.

Im Gespräch mit Sabine

Kannst du dich kurz vorstellen?

Mein Name ist Sabine. Kurz nach meinem 50. Geburtstag erhielt ich 2017 die Diagnose Parkinson. In meiner Freizeit kreiere ich Fotos und kurze Videos mit Miniaturfiguren im Maßstab 1:87. Die Figuren sind nur etwa zwei Zentimeter gross, und mit ihnen stelle ich Szenen aus meinem Leben nach. Ein Teil der Bilder zeigt Herrn Parki – eine Figur, die ich selbst entworfen habe.

Was hast du durch Parkinson über dich selbst gelernt?

Ich habe gelernt, meinen Parkinson nicht ganz so ernst zu nehmen. Er ist Teil meines Lebens – aber eben nur ein Teil. Das Leben ist zu kurz, um ständig nur an Herrn Parki zu denken. Es sei denn, es geht um ein neues Sujet für ein Foto.

Was möchtest du Menschen sagen, die bei Parkinson nur an ältere Personen denken?

Es braucht noch sehr viel Aufklärungsarbeit. Den alten, zitternden Mann im Rollstuhl gibt es – aber es gibt eben auch uns, die jung Betroffenen. Wir kommen auf die Menschen zu und zeigen die verschiedenen Gesichter von Parkinson. Schaut in unsere Gesichter und schaut nicht weg.

Wie bist du persönlich mit der Diagnose umgegangen?

Der Umgang mit der Diagnose fiel mir jahrelang sehr schwer. Ich schämte mich dafür, nicht mehr zu hundert Prozent zu funktionieren – obwohl ich gefühlt 150 Prozent Energie dafür einsetzte.

Was begeistert dich an deinem Hobby?

So paradox es klingt: Durch die Arbeit mit Herrn Parki kann ich den Parkinson manchmal vergessen. Und PDArt.ch ermöglicht es uns Betroffenen, eine gemeinsame Bühne zu haben. Ob man es Hobby oder Kunst nennt – wo verläuft da überhaupt die Trennlinie? Das ist doch letztlich egal. Wir zeigen gemeinsam gebündelte Kreativität.

Was gibt dir Energie im Alltag?

Das uneingeschränkte Vertrauen meines Lebenspartners Heinz gibt mir sehr viel Kraft. Wir segeln seit sieben Jahren gemeinsam und sind zu zweit über den Atlantik gesegelt. Das ist für mich die grösste Form von Vertrauen.

Gibt es etwas, das du anderen Betroffenen oder ihren Angehörigen mitgeben möchtest?

Seit ich offen mit meiner Diagnose umgehe, erfahre ich viel Zuspruch und Unterstützung. Das hat mir gezeigt, dass Offenheit verbinden kann – und dass man mit Parkinson nicht allein ist.

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